Annalena Baerbock – Kanzlerkandidatin der Grünen – fordert das Ende günstiger Flüge in beliebte Urlaubsregionen und mittelfristig auch das komplette Ende von Kurzstreckenflügen.

Über die umweltpolitischen Aspekte dieser Forderungen haben sich bereits andere (HIER) Gedanken gemacht. Dennoch überrascht zumindest die Forderung der Einstellung entsprechender Flüge sogar aus Umweltschutzgründen. Immerhin propagiert ja gerade ihre Partei, dass es auch technische Lösungen gibt um Umweltschutz zu erreichen.

Aus sozialen Gesichtspunkten ist die Forderung vollkommen wirklichkeitsfremd. Europa und die EU leben gerade auch von dem kulturellen Austausch in der Bevölkerung. Frau Baerbock beschränkt ihre Wahrnehmung der Flugpassagiere offenbar leider auf den Ballerman Sauftouristen.

Dabei sind es auch gerade viele Familien mit Bedarf an schnellen und bezahlbaren Reisemöglichkeiten. Ob nun ein Elternteil im europäischen Ausland eine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat, oder ein Kind in Nachbarland studiert.
Gerade diese Konstellationen helfen die europäische Integration voranzutreiben. Weder Videokonferenzen, noch andere elektronische Kommunikationsmittel können Vorurteile so effizient abbauen wie persönliche Bekanntschaften.

Mal ein Wochenende die Eltern in der Heimat besuchen ist bei einer Fahrzeit mit dem Auto von 2 Tagen oder gleich langer Zugfahrt nicht so einfach /nicht möglich.
Wenn die Grünen ZUERST den Hyperloop in Europa aufbauen und dann entsprechend ausgebaute Strecken vom Flugplan streichen, ist das zu begrüßen. Es muss jedoch erst eine VERGLEICHBARE Reisemöglichkeit geschaffen werden, wenn das Projekt Europa nicht gefährdet werden soll.